Wer erkennt Brustkrebs besser?


Arzt oder Computer
Wer erkennt Brustkrebs besser?
Guschenkova/Shutterstock.com

Wer erkennt Brustkrebs besser in Mammografie-Aufnahmen, geschulte Radiologen oder eine spezielle Computersoftware? In einer aktuellen Studie hat offenbar die Software gewonnen. Allerdings gibt es dabei einen Haken: Noch sagt der Computer nicht, wo genau der verdächtige Befund sitzt.

DeepMind auf Brustkrebs trainiert

Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch – auch in der Medizin. Schon lange unterstützen Roboter Chirurgen bei Gehirnoperationen oder bei orthopädischen Eingriffen. Auch in der Diagnostik spielen computergestützte Algorithmen eine immer größere Rolle, z. B. bei der Auswertung von EKGs. Nun hat Google Health eine neue aufwendige Software entwickelt, die nach einer Lernphase selbst Strategien zur Diagnose entwirft, diese überprüft und dadurch Auffälligkeiten in digitalen Mammografie-Aufnahmen besser erkennt als frühere Computerprogramme. Dieses DeepMind genannte KI-System ging nun in einer britisch-amerikanischen Studie gegen Radiologen ins Rennen. Dabei wurden 28 000 Datensätze von beiden Teams auf Brustkrebs-verdächtige Auffälligkeiten geprüft.

DeepMind macht weniger Fehler

Das Ergebnis spricht den Studienautoren zufolge für den Einsatz der KI bei der Früherkennung von Brustkrebs. Denn sowohl bei den falsch-positiven Befunden (das sind als verdächtig eingestufte Befunde, die sich nachher als gesund erweisen) als auch bei den falsch-negativen (als unauffällig bewerte Befunde, die sich später als Krebs herausstellen) war die Fehlerrate von DeepMind niedriger (5,7 bzw. 9,4 % in den USA, 1,2% bzw. 2,7% in Großbritannien).

Frühere Diagnose, weniger unnötige Biopsien

Mit Hilfe der KI ließe sich die Zahl rechtzeitig erkannter Mammakarzinome steigern und die Anzahl unnötiger Gewebeentnahmen senken, folgern deshalb die Autoren. Sie sehen den Einsatz von Systemen wie DeepMind jedoch als Unterstützung und nicht als Ersatz für den Arzt. Zum einen haben in dieser Studie Radiologen auch Brustkrebsherde gefunden, die die KI nicht entdeckt hatte. Außerdem können Ärzte – noch – auf die Patientengeschichte und ältere Untersuchungssysteme zurückgreifen.

Es gibt noch einen weiteren Haken an DeepMind, schreibt die Radiologin Etta Pisano in ihrer Bewertung der Studienergebnisse. Noch kann die Software offenbar nicht mitteilen, wo genau sie auf der Mammografie-Aufnahme einen verdächtigen Befund erkannt hat.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

News

Was steckt hinterm Sommerbaby-Boom?
Was steckt hinterm Sommerbaby-Boom?

Klima, Pille, Weihnachten

Früher war das Frühjahr die Zeit der Geburten — doch seit etwa 40 Jahren kommen die meisten Kinder im Sommer auf die Welt. Was steckt dahinter? Die Hypothesen reichen von der Pille bis zum Klimawandel.   mehr

Vorhofflimmern erhöht Demenzrisiko
Vorhofflimmern erhöht Demenzrisiko

Auch ohne Schlaganfall

Bei chronischem Vorhofflimmern ist bekannterweise das Schlaganfall-Risiko erhöht. Doch nicht nur das: Jetzt stellte sich heraus, dass Patienten mit Vorhofflimmern auch häufiger eine Demenz entwickeln – und zwar ganz unabhängig davon, ob sie vorher einen Schlaganfall hatten oder nicht.   mehr

Junge Eltern sind schlechtes Vorbild
Junge Eltern sind schlechtes Vorbild

Ernährung und Bewegung

Werden unsere Kinder immer dicker, weil ihre Eltern ein so schlechtes Vorbild sind? Das ist gut möglich. Denn die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung bezüglich Ernährung und Bewegung junger Eltern sind laut Robert Koch-Institut besorgniserregend.   mehr

Mit Honig gegen Husten
Mit Honig gegen Husten

Natürlicher Helfer

Mit dem Herbst beginnt auch die Erkältungszeit. Doch nicht jede Atemwegsinfektion muss auch mit Medikamenten behandelt werden. Eine Studie aus Oxford empfiehlt stattdessen ein altes Hausmittel.   mehr

Fettleber: Unbemerktes Gesundheitsrisiko
Fettleber: Unbemerktes Gesundheitsrisiko

Jeder 5. Deutsche betroffen

Weit verbreitet, aber oft unbemerkt: Immer mehr Menschen leiden unter einer Fettleber. Entdeckt man sie frühzeitig, lassen sich die drohenden Folgen wie Leberkrebs und Leberzirrhose mit einfachen Maßnahmen abwenden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Dr. H. Rosenthal's Alte Apotheke
Inhaberin Liesel Rosenthal-Nawrot
Telefon 02382/28 11
Fax 02382/8 66 41
E-Mail alteapotheke.ahlen@t-online.de